Nachfahren von Nazis marschieren gegen Antisemitismus

Am Donnerstag letzte Woche fand eine einzigartige Veranstaltung in unserem Rehabilitationsdorf ADI Negev-Nahalat Eran statt: Über 250 Menschen nahmen am „Marsch der Nationen“ teil, eine Parade als Zeichen gegen Anti-Semitismus und Israelhass. Die Teilnehmer waren so vielseitig wie ihre Flaggen bunt: Nachkommen von Nazi-Nachfahren und pro-israelischen Aktivisten, Schüler aus der Umgebung und Mitarbeiter und Bewohner von ADI Negev; aus Deutschland, Finnland, Nordirland, der Ukraine, Neuseeland, China, der Türkei, Schottland, Rumänien, den USA und natürlich Israel; sie alle marschierten feierlich in Solidarität mit Israel.

An der Zeremonie nahmen Avi Vortsman, der CEO unseres Rehabilitationsdorfes, Shai Hajaj, Leiter des Merhavim Regional Council, Jobst Bittner, Vorsitzender von March of Life und Gründer der Organisation, und Jigal Ibn Ziv, Direktor von March of Life in Israel, teil, und sprachen von der immensen Bedeutung dieser Veranstaltung. So beteuerte Shai Hajaj, dass diese Menschen sich für nichts zu entschuldigen bräuchten, denn es waren ja nicht sie, die gesündigt hatten – und trotzdem stünden sie hier, was von ihrer „mit außergewöhnlicher Menschlichkeit zeugte. Sie erkennen die von ihren Vorvätern begangene Sünde an und schlagen sich selbst für ihre Sünden.“ 

Der erste Marsch der Nationen fand 2018 in Jerusalem statt, und seitdem geht die Erfolgsgeschichte weiter. Nicht einmal die Pandemie hielt die Organisatoren auf, die die Märsche in 2020 und 2021 auf kleinerer Ebene live streamten.

Der Gründer dieser einzigartigen Aktion ist Jobst Bittner, der auch den „Marsch des Lebens“ ins Leben gerufen hat. Die Idee entsprang aus dem Schweigen, dass in den Familien der Mitglieder herrschten und welches sie verzweifelt zu brechen versuchten. Sie alle haben Vorfahren, die sich aktiv am Mord von unter Anderem 6 Millionen Juden und von Zehntausenden von Menschen mit Behinderungen beteiligt hatten. Und sie alle setzen sich dafür ein, dass Intoleranz, Ignoranz und Vorurteile nicht wieder die Herzen der Menschen regieren. 

Die Organisation entstand aus der Reue von Menschen über die dunkle Vergangenheit ihrer Familien im Zweiten Einwandererkrieg. Es sind alles Nachkommen von Nazis, die sich der Schuld ihrer Familienangehörigen stellen wollen und die Wahrheit aussprechen.

Seit ihrer Gründung war die Bewegung in etwa 400 Städten in 25 Ländern unterwegs und rekrutiert jedes Jahr Tausende von Menschen für Unterstützungskampagnen in Israel. Die Organisation setzt sich für die Identifikation mit Israel ein, um eine Haltung gegen Antisemitismus und Hass auf Israel zum Ausdruck zu bringen.

Wir danken diesen großartigen Menschen für ihren Aktivismus und dafür, dass wir Teil von dieser wundervollen Aktion, dem Marsch der Nationen, sein durften.

Helfen Sie uns dabei, ADIs Kindern mehr Grund zum Lachen zu geben

Wir verändern die Leben von schwerbehinderten Kindern in Israel zum Guten - und Sie können das auch tun! Unterstützen Sie eines unserer Projekte, und Sie werden es unseren Kindern ermöglichen, trotz der Schwere ihrer Behinderungen, ein qualitatives und bedeutungsvolles Leben zu führen.