Im Rahmen des Jewish Disability Awareness, Acceptance and Inclusion Month (#JDAIM) veranstaltete ADI bereits zum sechsten Mal die „Make the Change Challenge“ – einen nordamerikanischen STEM-Wettbewerb, der Schülerinnen und Schüler dazu ermutigt, innovative Lösungen für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln.
In diesem Jahr wurden über 379 kreative und durchdachte Beiträge eingereicht. Den Hauptpreis in Höhe von 1.000 US-Dollar gewann der elfjährige Henry Chodos von der Vancouver Talmud Torah mit seiner Idee für eine neuartige, flexible Orthese.
Henry lebt selbst mit CIDP (chronisch-entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie), einer seltenen Autoimmunerkrankung, die Muskelschwäche und Sensibilitätsstörungen in Armen und Beinen verursacht. Seit Jahren trägt er rund um die Uhr Orthesen – und kennt deren Einschränkungen nur zu gut.


Sein Entwurf „NeuroStride“ sieht eine leichte, schmal geschnittene Orthese vor, die sich automatisch anpasst: Integrierte Mikrosensoren sollen Gangunregelmäßigkeiten erkennen und korrigieren. Über eine benutzerfreundliche App könnten Betroffene Einstellungen selbstständig anpassen – ohne jedes Mal medizinisches Fachpersonal aufsuchen zu müssen.
In seiner Wettbewerbsarbeit beschreibt Henry sehr konkret die Herausforderungen bestehender Hilfsmittel: Sie seien oft unbequem, teuer, benötigten lange Anpassungszeiten und wüchsen nicht mit. Zudem machten sie seine Erkrankung sichtbar – und hielten ihn von Aktivitäten ab, die für andere selbstverständlich sind.
„Wenn meine CIDP sich verschlechtert, kann ich nicht schreiben oder mit meinen Freunden Basketball spielen“, erklärte er. „Ich kann im Unterricht nicht einfach auf dem Boden sitzen, weil ich mit meinen Orthesen nicht alleine wieder aufstehen kann. Ich wollte eine Lösung entwickeln, die Unterstützung gibt – ohne zusätzlich aufzufallen oder einzuschränken.“


Die Jury, bestehend aus Fachkräften von ADI, Innovationsjournalisten und Expertinnen und Experten für barrierefreies Design, zeigte sich tief beeindruckt – nicht nur von der technischen Idee, sondern auch von der Reife, dem Weitblick und der Empathie des jungen Entwicklers.
„Henry hat uns sprachlos gemacht“, sagte Elie Klein, ADIs Direktor für Fundraising in Nordamerika. „Wir arbeiten intensiv daran, jungen Menschen durch unser Bildungsprogramm ‚ADI Bechinuch‘ Empathie und Perspektivwechsel zu vermitteln. Doch Henry hat den Spieß umgedreht – und ist selbst zu unserem Lehrer geworden.”
Die „Make the Change Challenge“ ist Teil von ADIs Bildungsinitiative „ADI Bechinuch“, die jüdische Schulen in ganz Nordamerika dabei unterstützt, Inklusion nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern erlebbar zu machen. Durch Workshops, Simulationen, virtuelle Führungen und den STEM-Wettbewerb werden Schülerinnen und Schüler ermutigt, Barrieren zu erkennen – und kreative Wege zu finden, sie zu überwinden.
Fast 50 jüdische Schulen beteiligten sich in diesem Jahr an dem Programm. Die fünf Finalisten präsentierten ihre Projekte in einer abschließenden Online-Runde vor der Jury. Am Ende wurde Henry Chodos als Gewinner ausgezeichnet. Das Preisgeld wurde vom Avraham and Esther Klein Young Entrepreneurs Fund gestiftet.
Neben dem Gewinner erreichten Schülerinnen und Schüler aus New York, Florida und Tennessee das Finale.
Mit Initiativen wie dieser zeigt ADI, dass Inklusion nicht nur Fürsorge bedeutet – sondern Innovation, Kreativität und die Bereitschaft, die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Übersetzt aus dem Englischen; zum Originalartikel (erschienen am 26.2.26): https://www.jns.org/wire/students-next-gen-orthotic-walks-away-with-jdaim-stem-design-contest-trophy/
