Campus ADI ist ein Bildungsprogramm von ADI Tikkun Olam, das Schulen dabei unterstützt, Kindern und Jugendlichen das Thema Behinderung auf eine zugängliche, ehrliche und berührende Weise näherzubringen. Im Mittelpunkt stehen nicht abstrakte Konzepte, sondern Menschen und ihre Geschichten.
Die Begegnungen in den Schulen können ganz unterschiedlich aussehen:
Manchmal ist es eine Lehrkraft, manchmal ein Angehöriger, manchmal ein Mensch mit Behinderung selbst, der vor einer Klasse oder einem Kollegium spricht. Oft sind es praktische Übungen, die den Schülern vermitteln sollen, wie es sich anfühlt, den Alltag mit einer Behinderung zu meistern. Was all diese Aktivitäten verbindet, ist ihre Wirkung: Sie schaffen Verständnis, Empathie, einen neuen Blick auf Menschen mit Behinderungen – und ein neues Gemeinsam.

Wenn Geschichten auf offene Ohren treffen
So berichtete etwa Michal Lavi, eine 17-jährige Jugendliche, vor einer fünften Klasse von ihrem Weg nach einer Herztransplantation und einem Schlaganfall, der bleibende Einschränkungen hinterließ. Die Schule schrieb später, Michals Geschichte habe den Schülerinnen und Schülern gezeigt, was Resilienz, Hoffnung und Durchhaltevermögen bedeuten – Werkzeuge, die jedes Kind im eigenen Leben brauchen kann.
Vered Arbiv sprach vor einem Lehrerkollegium über das Aufwachsen mit Eltern mit Behinderungen. Ihr zentraler Gedanke: Lehrkräfte können mit ihrem Handeln das Leben eines Kindes grundlegend verändern. Die Schulleitung fasste es so zusammen: „Du hast uns tief berührt und uns daran erinnert, wie wichtig unsere Aufgabe ist.“
Und Dana und Eyal, die gemeinsam über das Leben mit Tourette sprechen, vermitteln ihre Botschaft mit Sensibilität und Humor. Ihr Satz – „Hört nicht auf zu träumen und gebt euch selbst nicht auf“ – bleibt hängen. Genau wie ihr Leitspruch:
„Wenn ihr das nächste Mal ein Kind mit einem Tick seht – lächelt es an. Mehr braucht es nicht.“
Warum Campus ADI so wichtig ist
Nicht jede Person, die eine wichtige Geschichte zu erzählen hat, fühlt sich sicher vor Publikum. Nicht jede Stimme findet automatisch Gehör.
Genau hier setzt Campus ADI an.
Das jährliche Campus ADI findet in Binyamina statt und begleitet im Rahmen des Programms Menschen mit Behinderungen und Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen dabei, ihre persönliche Erfahrung in eine strukturierte, pädagogisch passende Unterrichtseinheit zu übersetzen. In fünf monatlichen Sitzungen – begleitet von erfahrenen Rednerinnen und Rednern, die diesen Weg bereits gegangen sind – lernen die Teilnehmenden, ihre Botschaft zu schärfen, einen Vortrag aufzubauen und ihre Geschichte verständlich und wirkungsvoll zu vermitteln.
Das Ergebnis ist doppelt wertvoll:
Menschen, die Unterstützung beim Sprechen vor Publikum brauchen, erweitern ihr Kompetenz- und Selbstvertrauen. Und Schulen erhalten Zugang zu Perspektiven, die sonst oft nicht gehört würden.
ADI Tikkun Olam bringt Menschen zusammen. Campus ADI sorgt dafür, dass ihre Geschichten gehört werden.
Denn echte Inklusion beginnt dort, wo Begegnung möglich wird – und wo persönliche Geschichten Raum bekommen.


