Am 8. Juni 2025 feierte das Harvey and Gloria Kaylie Rehabilitationskrankenhaus im Rehabilitationsdorf ADI Negev-Nahalat Eran sein dreijähriges Bestehen – ein bedeutender Meilenstein, begleitet von beeindruckenden Zahlen, die umso bemerkenswerter sind, wenn man die Herausforderungen des aktuellen Krieges bedenkt.
Das Krankenhaus wurde unter der Leitung und Vision von Generalmajor a.D. Doron Almog gegründet und ist das erste Rehabilitationszentrum seiner Art im Süden Israels. Vor seiner Eröffnung mussten Patient:innen für eine stationäre Rehabilitation nach Zentralisrael reisen – ein großer logistischer und emotionaler Aufwand für viele Familien.
Seit Beginn des Krieges „Eiserne Schwerter“ am 7. Oktober 2023 hat das Zentrum zahlreiche verwundete Soldat*innen, Einsatzkräfte und Zivilist*innen aufgenommen. Die Aktivität des Hauses hat sich seither deutlich gesteigert: Die Zahl der Behandlungen pro Monat stieg um 188 %, die Anzahl der Patient:innen um 134 %. In der Tagesklinik wuchs die Zahl der monatlichen Therapien von 500 auf 820. Insgesamt wurden in den vergangenen drei Jahren 1.642 stationäre Patient:innen betreut und über 139.000 Rehabehandlungen durchgeführt.
Reha für Körper und Seele – auch in Kriegszeiten
Mit hoher Flexibilität und Innovationsgeist entwickelte das Team spezialisierte Programme, um den neuen Herausforderungen zu begegnen. Das Programm „Taking Charge of Life“ begleitet ehemalige Reha-Patienten der israelischen Armee beim Übergang ins zivile Leben – mit einem ganzheitlichen Ansatz aus Physio-, Ergo- und Psychotherapie sowie lebenspraktischem Training.
Zusätzlich wurde ein emotionales Therapieprogramm für Kinder aus der westlichen Negev-Region ins Leben gerufen, die durch die Angriffe am 7. Oktober und die anhaltende Bedrohung stark traumatisiert sind.
Nach dem iranischen Raketenangriff auf das Soroka-Krankenhaus in Be’er Sheva nahm das Kaylie-Zentrum 21 evakuierte Rehapatient*innen auf – ein weiterer Beleg für seine Bedeutung als regionale Anlaufstelle in Krisenzeiten.
Medizinisch modern. Strategisch wichtig.
Das Kaylie-Krankenhaus wurde von Anfang an so geplant, dass es selbst unter Extrembedingungen voll einsatzfähig bleibt. Es verfügt über geschützte Zonen, die auch bei chemischen und biologischen Bedrohungen Sicherheit bieten. Während der Operation „Rising Lion“ arbeitete das Krankenhaus mit 120 % Auslastung und unterstützte andere Einrichtungen in Südisrael, indem es zusätzliche Patient*innen aufnahm.
Heute bietet das Zentrum ein breites Spektrum an medizinischen, therapeutischen und ganzheitlichen Leistungen:
Physiotherapie, Ergotherapie, Sprachtherapie, Ernährungsberatung, Hydrotherapie, Bewegungstherapie, psychologische Betreuung und soziale Arbeit. Ergänzend kommen Therapieformen wie therapeutisches Kochen, Keramik, Rollstuhlsport, Bogenschießen und technologiegestützte Reha zum Einsatz – alles in enger Abstimmung mit den individuellen Bedürfnissen der Patient*innen.
Forschung trifft Alltag
Als Ort der Innovation und Wissenschaft beherbergt das Zentrum u. a. Israels erstes neurotranslationales Reha-Forschungslabor in Zusammenarbeit mit der Ben-Gurion-Universität sowie das ReHub Innovationszentrum, das sich der Entwicklung neuer Hilfsmittel und Rehatechnologien widmet.
Dr. Tsaki (Yitzhak) Siev-Ner, Direktor des Krankenhauses, betont:
„Jeden Tag erleben wir, was dieses Zentrum bewirken kann – für einzelne Menschen, aber auch für das ganze Land. Der Krieg hat die strategische Bedeutung unserer Arbeit deutlich gemacht. Der Erfolg ist der Vision von Doron Almog und der unermüdlichen Unterstützung unserer Partner und Spender zu verdanken.“
Zukunft mit Weitblick
Das Krankenhaus startete mit zwei Stationen zu je 36 Betten für neurologische und orthopädische Rehabilitation. Aktuell wird eine dritte Station mit weiteren 36 Betten fertiggestellt – künftig stehen somit 108 stationäre Rehaplätze zur Verfügung.
Nach drei Jahren im Dienst der Menschlichkeit ist das Kaylie Rehabilitationskrankenhaus mehr als eine medizinische Einrichtung – es ist ein Ort der Hoffnung, Innovation und Resilienz für den Süden Israels und weit darüber hinaus.
