Wenn die Welt ins Wanken gerät, brauchen die Schwächsten unter uns besonderen Schutz – und Menschen, die mit Herz und Verstand für sie da sind. Inmitten einer angespannten Sicherheitslage beweisen die Rehabilitationszentren von ADI einmal mehr, dass Fürsorge und Standhaftigkeit selbst in Krisenzeiten möglich sind.
In ADI Negev-Nahalat Eran, im Herzen der Negev, steht das Leben trotz der Herausforderungen nicht still. Ganz im Gegenteil: Die Bewohnerinnen und Bewohner des Rehabilitationsdorfs werden mit Liebe, Struktur und Sicherheit durch diese schwierigen Tage begleitet. Die Patient*innen des medizinischen Rehabilitationszentrums wurden vorsorglich in geschützte Bereiche verlegt, und alle Therapien werden – unter strikter Einhaltung der Sicherheitsvorgaben – fortgeführt. Auch die Bewohner*innen des Dorfes schlafen derzeit in Sicherheitsräumen, wobei das Team großen Wert darauf legt, den gewohnten Tagesrhythmus so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Diese alltägliche Routine ist für die emotionale Stabilität unserer Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen von unschätzbarem Wert.
Trotz aller Vorsicht blüht das Leben in den ADI-Zentren weiter: Die Arbeit in den geschützten Werkstätten, Momente mit den Tieren im Streichelzoo und kleine Spaziergänge mit unseren Freiwilligen in der frischen Luft der Negev sind Ausdruck einer tiefen Entschlossenheit: Wir sind hier, wir sind stark – und wir machen weiter. Denn das ist es, was wir am besten können: Leben verändern.
Auch in der Schule von ADI Negev-Nahalat Eran ist das pädagogische Team an der Seite der Eltern. Wegen des ausgerufenen Kriegszustandes ist der Unterricht in allen Bildungseinrichtungen im Land eingestellt – auch in der Förderschule von ADI. Die meisten Schüler leben zu Hause und kommen tagsüber in das Dorf, um in ihre Klassen zu kommen und ihre Therapien zu machen. Eine herausfordernde Situation für sowohl die Kinder als auch ihre Familien. In einem einfühlsamen Schreiben werden sie darin unterstützt, ihren Kindern trotz Alarmen und Ängsten Geborgenheit zu vermitteln – mit klaren Erklärungen, ruhiger Präsenz und viel Nähe. Die Erfahrung zeigt: Auch wenn viele unserer Kinder ihre Gefühle nicht in Worte fassen können, spüren sie sehr genau, was um sie herum passiert.
In ADI Jerusalem bereitet sich das Team auf eine längere Phase der Unsicherheit vor. Die Einrichtung arbeitet aktuell im Notfallbetrieb – mit erfahrenen Fachkräften und klaren Abläufen, die flexibel an die Entwicklungen angepasst werden. Auch hier steht das Wohlergehen der Bewohner*innen im Mittelpunkt: Externe Aktivitäten wie die tiergestützte Therapie oder Hydrotherapie wurden vorübergehend ausgesetzt, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.
Was in diesen Tagen besonders spürbar ist, ist die unglaubliche Motivation unserer Mitarbeiter*innen. Mit Mut, Herz und Professionalität begleiten sie die ihnen anvertrauten Schützlingen – und schenken ihnen inmitten einer angespannten Realität Momente des Vertrauens, der Stabilität und des Miteinanders. Sicherlich werden sie in den nächsten Tagen mehr gefordert werden und längere Stunden bleiben müssen. Schon jetzt danken wir ihnen für ihr schier grenzenloses Engagement.
Wir machen weiter – trotz jeglicher Bedrohungen.
