“Mehr als nur Gärtnern: Wie Inklusion in ADI Negev-Nahalat Eran Wurzeln schlägt”

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Braune Erde, ordentliche Pflanzreihen und kleine Hände, die gemeinsam arbeiten: Auf der landwirtschaftlichen Farm von ADI Negev-Nahalat Eran geschieht weit mehr als nur Gartenarbeit. „Ich liebe es, den Kindern im Dorf zu helfen, Dinge zu tun, die sie allein nicht können“, sagt Maor Bakovza (11) aus dem Moschav Galit, der jede Woche zu Besuch kommt.

Die Farm nahe Ofakim wurde vor rund zweieinhalb Jahren gegründet und ist ein Ort der Begegnung – zwischen Kindern und Erwachsenen mit geistigen und körperlichen Behinderungen sowie Schülern umliegender Schulen.

Berührungsängste abbauen, Gemeinschaft erleben
„Am Anfang fällt die Kommunikation manchmal schwer, aber nach nur wenigen Besuchen verschwinden Berührungsängste, und echte Beziehungen entstehen“, berichtet Lizi Shaked Adani, Koordinatorin der Farm. „Für unsere Bewohner ist es ein Gefühl von Zugehörigkeit – zur Gemeinschaft, zur Gesellschaft.“

Etwa 1.000 Schülerinnen und Schüler aus der Region besuchen wöchentlich die Farm, die Teil des Rehabilitationsdorfs ist und auch eine Reitschule sowie einen Streichelzoo umfasst. Sie ist die einzige ihrer Art in Israel, die Kinder mit komplexen Behinderungen aktiv in die landwirtschaftliche Arbeit einbezieht.

Gemeinsames Arbeiten, echte Freundschaften
Das Rehabilitationsdorf ADI Negev-Nahalat Eran beherbergt rund 170 Menschen aus ganz Israel, die meisten über 21 Jahre alt und mit schweren geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen. Die landwirtschaftliche Schule arbeitet eng mit 45 Klassen aus Städten wie Ofakim, Ashdod, Arad sowie aus umliegenden Moschavim und Kibbuzim zusammen.

Initiiert in Kooperation mit dem Regionalrat Merhavim basiert das Projekt auf der Überzeugung, dass gemeinsames Arbeiten Freundschaft stiftet. „Beim Jäten, Pflanzen oder Gießen entstehen echte Bindungen – manchmal gibt es sogar einen kleinen Wettstreit, wer den ADI-Bewohnern helfen darf“, erzählt Lizi.

Ein Ort der Heilung nach dem 7. Oktober
Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober hat sich das Dorf zu einem regionalen Zentrum für emotionale Unterstützung entwickelt. Pferde wie Shemsh, Mon und Amigo helfen Kindern im Reittherapiezentrum, ihre Traumata zu verarbeiten.

Auch das Farmteam wurde persönlich getroffen: Lehrerin Naama Gutia aus Telmei Yosef wurde evakuiert und fand im Dorf einen Ort der Ruhe. „Ich brauche keine zusätzliche Therapie – ich habe die Pflanzen und die Erde. Hier komme ich zur Ruhe.“

Doch das Dorf erlitt auch Verluste: Die langjährige Pflegerin Edna Malko wurde auf dem Heimweg nach der Arbeit von Terroristen ermordet. Die aus Äthiopien stammende dreifache Mutter war überaus beliebt – ihre Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit sind unvergessen.

In der Erde verwurzelt, im Herzen verbunden
Inmitten der Beete und Blumenzwiebeln lernen die Kinder bei ADI nicht nur etwas über Landwirtschaft – sondern auch über das Leben. Über Inklusion, Empathie und Verantwortung.

„Ich finde es schön, wenn Kinder aus dem Dorf bei uns mitmachen“, sagt Aviatar Cohen (12). „Sie sollen auch etwas anderes erleben – mit Pflanzen und Tieren arbeiten.“

Lehrer Shlomi Zimmering aus Be’er Sheva ergänzt: „Viele unserer Schüler kommen anfangs mit Unsicherheit. Doch durch die Begegnungen lernen sie, Menschen mit Behinderungen auf Augenhöhe zu begegnen – ohne Vorurteile.“

Lizi bringt es auf den Punkt: „Wenn man diese Kinder gemeinsam arbeiten sieht – ohne Vorbehalte –, erkennt man: Echte Inklusion ist möglich. Nicht nur als Schlagwort, sondern als gelebter Alltag. Und genau das ist es, was unser Dorf ausmacht – ein Ort des Glaubens an das Potenzial jedes Menschen.“

Übersetzung des am 14.4.25 veröffentlichten Artikel von Elinor Koriel auf ynet

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