An der Noam-Jungenschule in Tiberias stand das vergangene Schuljahr ganz im Zeichen von Tikkun Olam – dem jüdischen Auftrag, die Welt ein Stück besser zu machen. Im Mittelpunkt standen Werte wie Akzeptanz, Inklusion und der respektvolle Umgang mit Menschen mit Behinderungen. Den Höhepunkt bildete ein ganztägiges Abschlussprogramm, das persönliche Stärke, Durchhaltevermögen und echte Empathie feierte.
Der Tag begann mit Präsentationen der Schülerinnen und Schüler, bei denen jede Klasse selbstgestaltete Plakate und Materialien mit aussagekräftigen Zitaten und Botschaften rund um das Thema Inklusion vorstellte. Schon dieser Auftakt vermittelte eine klare Botschaft: Wertschätzung und Mitgefühl sind erlernbar – und essenziell.
Ein besonders bewegender Moment war der Eröffnungsvortrag von Amit King, der seine Lebensgeschichte erzählte – eine Geschichte vom Jonglieren mit Herausforderungen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Seine zentrale Botschaft: Jeder Mensch hat das Recht und die Verantwortung zu träumen. Seine Worte hinterließen einen bleibenden Eindruck.
Im Laufe des Tages nahmen die Schüler*innen an verschiedenen interaktiven Workshops teil:
-
Bar Gantovnik zeigte, wie er durch Breakdance einen Weg fand, mit dem Tourette-Syndrom zu leben – und darüber hinauszuwachsen.
-
Tomer berichtete, wie sein Hund ihm das Leben rettete und welche heilende Kraft Tiere für Menschen mit Behinderungen haben können.
-
Ido Maimon, paralympischer Sportler im Rollstuhl, trat in einem spannenden Basketball-Match gegen einen Lehrer der fünften Klasse an – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Entschlossenheit scheinbare Grenzen überwindet.
Auch im Schulhof ging es inklusiv weiter: Strategie- und Kooperationsspiele erforderten gegenseitiges Zuhören, Kompromissbereitschaft und Teamgeist – gelebte Inklusion im spielerischen Kontext.
Zum Abschluss des Tages unterzeichneten Schüler und Lehrkräfte gemeinsam eine Integrationscharta. Mit ihrer Unterschrift verpflichteten sie sich, Vielfalt zu leben, andere zu respektieren und Inklusion aktiv in Schule und Alltag umzusetzen.
Noa Dor On, die Koordinatorin des Programms, betonte voller Stolz, wie sichtbar sich die Schüler*innen im Laufe des Jahres entwickelt hätten. Viele hätten erkannt, dass die Werte von Tikkun Olam ihnen nicht nur im Hier und Jetzt Orientierung geben, sondern auch das Rüstzeug für künftige Führungsrollen vermitteln.
Ein besonderer Dank gilt Yarden Alupa, der als Programmleiter mit großem Engagement und Weitblick diesen bedeutungsvollen Lernprozess und sein inspirierendes Finale möglich gemacht hat.
